Körndlbrot und ein paar Gedanken zum Thema Bloggen

Eigentlich hatte ich mir ja für mich selbst vorgenommen, das Internet hier auf diesem Blog in Zukunft weniger zu thematisieren. Was genau ich mit dem Internet meine, sei im Folgenden erklärt.

In den letzten Monaten, hatte ich oft das Gefühl, dass meine Texte hier zunehmend aus Analysen, Bestandsaufnahmen, Selbstkritik und Rechtfertigung rund um das Thema Bloggen und dem Rattenschwanz, den das Thema nach sich zieht, bestanden. Und das wollte/ will ich ja eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil. Das hier soll ein gewissermaßen ein Rückzugsort von alldem sein. Hier soll es um’s Genießen gehen. Und das hat eigentlich recht wenig mit obigen Themen zu tun. Ich sehe meinen Blog gerne als eine Art Refugium. Denn meine Art zu Kochen soll entschleunigend und achtsam sein.

Ich möchte meinen LeserInnen und auch mir mit alldem hier eine Möglichkeit bieten, zumindest ein Stück weit Abstand vom Alltag zu nehmen. Entweder beim Betrachten meiner Bilder, dem Lesen meiner Texte oder beim Kochen meiner Rezepte. Und weitere epische Exkurse über die Thematik des Bloggens sind dann wohl fehl am Platz.

Natürlich wäre es gleichsam wenig authentisch, nicht über Themen zu schreiben, die mich im Alltag und in meinem Beruf beschäftigen. Und dazu gehören eben nunmal auch (nennen wir sie der Einfachheit halber) Blogger-Themen. Denn immerhin bin ich Bloggerin und somit tangieren mich Dinge, die in der Blogosphäre so passieren. Aber vorrangig bin ich Food Fotografin und Stylistin, Rezeptentwicklerin und Texterin. Und diese Dinge stehen für mich derzeit im Vordergrund. Denn das ist die eigentlich zentrale Ebene meiner Arbeit hier. Ich erschaffe Dinge. Seien es Bilder, Geschichten oder eben Gerichte. Das Bloggen ist die Art und Weise, wie ich all das nach außen trage. Man verstehe mich jetzt bitte nicht falsch. Ich liebe das Bloggen, denn es bietet mir eine Plattform, die ich mir spannender und lehrreicher nicht vorstellen könnte. Aber ich versuche mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass ich nicht um des Bloggens willen blogge, sondern aus einem ganz einfachen Grund: ich will Menschen an dem was ich tue, teilhaben lassen. Und das kann ich hier.

Zu oft erlebe ich in meinem (in)direkten Umfeld Erschöpfungszustände und Schreibblockaden bei anderen BloggerInnen, die mir inzwischen lieb und teuer sind. Es wird die Frage gestellt wozu man das alles noch mache und es werden Erklärungen verfasst, warum man sich für eine gewisse Zeit zurückgezogen und nicht gebloggt hat.

Und zu oft (müssen) in letzter Zeit Dinge thematisiert werden, die all dem so zutiefst widersprechen, warum ich blogge. Es werden wütende Blogposts über Fake-Follower und gekaufte Likes geschrieben. Es wird in breites Masse darüber diskutiert inwiefern Votings zu Blogger-Awards manipuliert sind oder auf ebendiese Einfluss genommen wird. Und Eines kann ich euch sagen. Das macht mich wütend. Es macht mich wütend, weil es anscheinend nötig ist überhaupt über solche Themen öffentlich zu sprechen.
Und soll ich euch noch etwas sagen? Es trifft vor allem jene, die sich nichts vorzuwerfen haben. Denn wenn solche Vorwürfe über die eigene Berufsgruppe öffentlich diskutiert werden (müssen), dann hilft das niemandem. Erst recht nicht der Berufsgruppe selbst. Denn zu oft, werden BloggerInnen nur als nicht ernstzunehmende Goodiebag-geile Nutznießer angesehen, die Geld für etwas bekommen, das oft schlichtweg gefälscht ist: nämlich ihre Reichweite. Und das Traurige ist: in vielen Fällen stimmt das. Wie es dazu kommt und was die Folgen daraus sind, wurde in letzter Zeit oft genug von anderen Leute thematisiert und dazu will ich mich in Wahrheit nicht äußern, denn es widerstrebt mir, mich dieser (leider oftmals gerechtfertigten) öffentlichen Diffamierung einer Berufsgruppe anzuschließen. Aber ein Punkt, der mir keine Ruhe lässt, sei doch angesprochen: es führt dazu, dass ich beschlossen habe, mich zurückzuziehen. Nicht aus der Blogosphäre, sondern aus dieser Diskussion. Man mag das jetzt als Blog-Biedermeier bezeichnen, aber so fühle ich mich halt nunmal. Denn wie eingangs bereits erwähnt, soll es hier um die schönen Dingen gehen und nicht um regelmäßige Bestandsaufnahmen der Blogger-Welt. Das überlasse ich anderen, engagierteren KollegInnen.

Wer diesen elendslangen Exkurs über sich ergehen hat lassen, hat sich etwas ganz Besonderes verdient. Nämlich das Rezept für mein Körndlbrot, das auch in der März-Ausgabe der Wienerin zu finden ist. Ich wünsche euch gutes Gelingen!

 


Körndlbrot

80 g Roggenvollkornmehl
150 g ganze Sonnenblumenkerne
50 g ganze Leinsamen
50 g geschrotete Leinsamen
100 g Haferflocken
50 g Walnüsse / Haselnüsse
50 g gestiftete Mandeln
10 g Salz
50 ml Kokosöl ( + ein wenig Öl zum Ausfetten der Form)
2 EL Ahornsirup
300 ml Wasser

Eine Kastenform mit ein wenig Kokosöl ausfetten und beiseite stellen. Nun alle trockenen Zutaten in einer großen Schüssel miteinander vermengen. Kokosöl, Ahornsirup und Wasser hinzufügen und verrühren. Die Mischung für ca. 30 Minuten stehen lassen, damit sich die Körner mit dem Wasser vollsaugen und alles eindicken kann. Währenddessen den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Brotteig in die Kastenform geben, in den Ofen schieben und für ca. 55-60 Minuten backen.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

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