Apfelkompott und Altweibersommer

Sehr verehrte  LeserInnenschaft, es gibt zwei gute Nachrichten.

Erst einmal darf verkündet werden, dass mein rechtes Bein seit Kurzem wieder gipsfrei und meine Laune damit enorm gestiegen ist. Zweitens ist pünktlich dazu die wohl schönste Zeit im Jahr angebrochen. Der Altweibersommer ist da. Ich hab’s ganz genau gespürt, gestern, ganz zeitig in der Früh. Die Luft war so frisch, man hätt’ eigentlich fast ein Jackerl gebraucht. Und dann, als der Tag ein bisserl älter geworden ist, war das Licht auf einmal so golden und warm, dass alles, jeder Baum und jedes Bankerl und sogar der Asphalt darin eingehüllt war. 

Das zu sehen macht etwas mit mir, ganz tief drinnen. Ich kann’s nicht ganz benennen. 

Ist’s das Wissen, dass der Sommer nun endgültig in Gold zerfließt oder ist’s die Vorfreude auf all das was kommt? Den Morgenfrost, die frühen Abende und den Drang der Kälte draußen mit umso mehr Wärme in der Küche zu entgegnen. Wahrscheinlich all das und ein bisserl mehr, ganz tief drinnen. 

Und weil mit dem sich anbahnenden Herbst die Apfelbäume von ihrer besten Seite zeigen, gibt’s ab jetzt Apfelkompott en masse. Denn das geschmackliche Äquivalent zum goldenen Herbstlicht, ist selbst gemachtes Apfelmus voller wärmender Gewürze. Umso schöner wenn es sich dann quasi auch wie von selbst macht, denn selten war ein Rezept einfacher als dieses. Es braucht halt bekanntlich nicht viel zur geschmacklichen Vollkommenheit. In dem Fall gute, leicht säuerliche Äpfel (aber bitte nicht die fad perfekt aufgereihten, charakterlosen Zuckerwatte-Äpfel aus dem Supermarkt. Selten hat sich ein Besuch am Bauernmarkt oder sogar die Eroberung eines Apfelbaums mehr ausgezahlt), viele Gewürze (in dem Fall ist mehr mehr) und ein bisserl Honig oder brauner Zucker, je nach Geschmack. Wer ganz wild sein will, der kann mit einem Schluckerl Rum ablöschen und ein paar Walnüsse oder Rosinen dazugeben.

spätsommerliches Apfelkompott

1 Kilogramm Äpfel (säuerlich)
2 Zimtstangen
4 Nelken
Saft einer 1/2 Zitrone
1 Schuss Rum 
1-2 Esslöffel brauner Zucker / Demerara- bzw. Rohrzucker 
250 Milliliter Wasser

Die Äpfel vierteln, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Meiner Meinung nach kann man sich das Schälen getrost sparen, aber wer’s nicht mag, einfach schälen. Äpfel gemeinsam mit Gewürzen, Zitronensaft, Rum, Zucker und Wasser in einem tiefen Topf bei mittlerer Temperatur zum Köcheln bringen. Für ca. 15-20 Minuten mit Deckel leicht köcheln lassen und dabei immer wieder umrühren. Zimtstangen und Nelken vor dem Verzehr entfernen.

Je nach gewünschter Konsistenz bzw. Wassergehalt der Äpfel kann das Kompott auch ohne Deckel gekocht werden. Die von mir verwendeten Äpfel haben beim Kochen wenig Flüssigkeit ausgelassen, deshalb hab‘ ich’s zugedeckt köcheln lassen.

Das Kompott hält sich im Kühlschrank in einem Schraubglas  o.Ä. einige Tage, falls es vorher nicht schon gegessen wird!

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

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