Eierschwammerl Bruschetta

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Absolut jeder in meinem, noch so fernen, Umfeld weiß, dass ich wenige Dinge so schlecht vertrage wie zeitiges Aufstehen. Vor 9 Uhr stagniert meine Kompetenz klar zu denken irgendwo bei 0,17 von 100 möglichen Prozentpunkten. Aber es gibt Dinge, die können einfach nicht warten. Wie zum Beispiel Schwammerl. Die sind besonders schlecht darin auf einen zu warten. Deshalb gab es letztes Wochenende um 6 Uhr morgens Tagwache. Denn wie heißt es so schön: Der frühe Schwammerlsucher brockt die Schwammerl. Oder so.

Schwammerl suchen hat eine ganz besondere Faszination für mich. Der Gedanke an die dampfende Ruhe eines Waldes nach einem Sommerregen, das Gefühl etwas aufzuspüren und es mit den eigenen Händen (unter Anstrengung) zu sammeln um es dann zu einem simplen aber unfassbar aromatischen Gericht zu verarbeiten, ist ein bisschen magisch. Beim Schwammerl suchen braucht es Geduld, genauso wie Ausdauer und manchmal eben auch ein wenig Glück.

Ohne den richtigen Ort, nutzt aber selbst die ausdauerndste Geduld nichts. Den das richtige Platzl ist das eigentliche Geheimnis beim Schwammerl brocken. Und als genau solches wird es auch gehütet. Denn jeder Schwammerlsucher hat es, aber keiner verrät wo es liegt. Das ist sozusagen die Regel Nr. 1 des Schwammerl-Kodex. Ich hab mein Platzl von meinem Vater „geerbt“. Man könnte die Weitergabe des heiligen Platzerls auch als familientechnische Ehrensache bezeichnen.
Zu den geographischen Eckdaten meines Schwammerl-Platzls kann ich euch nur so viel verraten: es liegt, anders als die meisten Schwammerl-Orte, nicht im Lungau, sondern im Pongau. In einem Talschluss. So, und jetzt hab ich auch schon wieder fast zu viel verraten.

Stattdessen verrate ich Euch einfach, was ihr mit den Eierschwammerln, gekauft oder selbst gebrockt, machen könnt. Hierbei sollte die oberste Regel die Folgende sein: So simpel, so gut.
Denn Eierschwammerl benötigen nur ganz wenig um ihres großartiges Aroma preiszugeben.
Ein bisserl‘ Zwiebel, Speck, Petersilie, Salz und Pfeffer. Und als Zugabe ein Stück frisches Sauerteigbrot. Mehr braucht es nicht.

Der Vollständigkeit halber möchte hier aber auch notiert werden, dass Eierschwammerl, die selbst gebrockt wurden, auch so schmecken. Gekaufte sind zwar ganz nett, aber kein Vergleich zu jenen Schwammerln, die nach Finder-Stolz schmecken.

Eierschwammerl Bruschetta
für 2 Personen

2 Scheiben Sauerteigbrot (bzw. Brot nach Belieben) 
2-3 Handvoll Eierschwammerl
1 Schalotte (fein gewürfelt)
20-30 g gehackte glatte Petersilie
Speck nach Belieben 
Salz, Pfeffer
(ev. 1 EL Butter)

Falls noch nicht geschehen, die Eierschwammerl gründlich mit einer Bürste putzen (nicht waschen!), die Schalotte würfeln und die Petersilie fein hacken. Den Speck in Scheiben schneiden und in einer Pfanne auf beiden Seiten knusprig braten. Wenn der Speck genug Farbe angenommen hat, aus der Pfanne nehmen und zur Seite stellen.  Nun kann das Brot auf beiden Seiten in ebendieser Pfanne angebraten werden. Wenn die Brotscheiben goldbraun und knusprig sind, können sie ebenfalls aus der Pfanne genommen werden. Nun einen EL Butter in der Pfanne schmelzen lassen und darin die Schalottenwürfel bei mittlerer Hitze anschwitzen. Sobald diese glasig sind, können die Eierschwammerl hinzugefügt werden. Die Temperatur ein wenig erhöhen und die Eierschwammerl unter gelegentlichen Rühren bzw. Schwenken anschwitzen. Nach etwas 4-5 Minuten die Schwammerl mit der gehackten Petersilie verfeinern. Nochmals kurz durchschwenken und zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Tipps

  • Grundsätzlich sollte der Speck beim Anbraten genug Fett lassen um darin dann die Eierschwammerl und Co anzubraten. Sollte das nicht der Fall sein, kann ruhig mit ein wenig Butter nachgeholfen werden.
  • Für eine vegetarische Variante dieses Gerichts empfehle ich entweder den Speck einfach komplett wegzulassen oder aber ihn durch einen sehr milden (Ziegen)frischkäse als „Unterlage“ auf dem Brot zu ersetzen. Ihr solltet aber darauf achten, dass der Käse nicht zu rass ist, denn immerhin sollen ja die feinen Eierschwammerl die Hauptdarsteller dieses Gerichts sein.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

1 Kommentar

  1. 22. August 2016 um 10:35

    Also bis auf den Speck klingt das ganz wundervoll! Eierschwammerl sollten überhaupt viel mehr gegessen werden!

    LG,
    Ulli

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