frankophiler Zwetschkenkuchen

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Vor einigen Tagen traf ich mich mit einer lieben Freundin auf dem Naschmarkt um nach langem dort wieder einmal durch die Standln zu stöbern und einige schöne Fotos zu machen. Äußerst praktischer Fakt nebenbei, die besagte Freundin ist hauptberufliche Fotografin– somit war die Rollenaufteilung klar: ich stöbere, sie fotografiert.  Herausgekommen sind dabei einige sehr gelungene Fotos von ganz feinen Sachen und einem sich zerkugelndem Märchen zwischen Bergen von Zwetschken. Was mich so zum Lachen brachte? Man weiß es nicht, man kann nur raten. Aber ich vermute schwer, dass ich deswegen so strahle, weil mir in diesem Moment ein Rezept für den ultimativen Zwetschkenkuchen eingefallen ist. Das ist Grund zur Freude! Und wenn dann auch noch Zimt involviert ist, dann ist’s ganz aus- da kann ich mich nur noch freuen!

 

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Aber weil ich der werten Leserschaft ja etwas bieten möchte, nenne ich das Ganze nicht Zwetschgenkuchen, sondern lasse meiner Frankophilie freien Lauf und taufe die unverschämt gute Kreation auf den wohlklingenden Namen Zwetschkengalette. Klingt doch gleich viel toller, oder? Wer nicht meiner Meinung ist, dem erlaube ich ausnahmsweise auch die eben erwähnte Bezeichnung Zwetschkenkuchen. Aber egal ob Kuchen oder Galette- Zwetschge bleibt Zwetschge. Und deswegen ganz schnell zum Rezept. Man nehme:

Für den Mürbteig:

  • 250 g weiche Butter
  • 1 Ei (M)
  • 350 g glattes Mehl
  • 100 g fein geriebene Mandeln
  • 100 g Staubzucker
  • 1 Packerl Vanillezucker
  • 1 Prise Salz

Für die Zwetschkenfüllung:

  • min. 10 mittelgroße Zwetschken
  • 50- 80 ml Rum
  • 2 Stangen Zimt
  • 2 EL Honig

außerdem:

  • 2-3 EL fein geriebene Mandeln
  • Staubzucker

 

Zuerst den Mürbteig vorbereiten, dafür alle Zutaten nacheinander in eine Rührschüssel geben und mit einer Küchenmaschine mit Knethaken verkneten (Handmixer tut’s auch!). Hierbei ist wichtig, dass die Butter auch wirklich weich ist, dann lässt sie sich besser verarbeiten. Nicht wundern wenn der Teig noch leicht krümelig ist, einfach zum Schluss per Hand nochmals möglichst rasch verkneten, in Frischhaltefolie einwickeln und dann ab damit in den Kühlschrank- für mindestens 1 Stunde, je länger desto besser- 2 Stunden wären ideal.

Währen der Teig rastet, die Füllung vorbereiten. Dazu einfach die Zwetschken vierteln und in einem Topf  mit dem Honig erhitzen, sobald diese köcheln mit Rum ablöschen und die Zimtstangen hinzufügen. Dieses unglaublich gut duftende Gemisch nun für 5-10 Minuten auf mittlerer Hitze einkochen lassen, umrühren zwischendurch nicht vergessen.

Sobald der Teig lang genug geruht hat das Backrohr auf 180 Grad Umluft vorheizen. Nun den Teig ausrollen.  für mich ist das immer eine heikle Angelegenheit, deswegen habe ich mir angewöhnt auf die, in Kochbüchern so gern beschriebene, „bemehlte Arbeitsfläche“ zu verzichten und den Teig gleich auf bemehltem Backpapier auszurollen- der schwierigste Teil beim Ausrollen ist nicht etwa die Gleichmäßigkeit, neeeein es ist den Teig von der berühmt berüchtigten „bemehlten Arbeitsfläche“ auf das Backblech zu bekommen. Und das ohne Risse! Wer das schafft, der bekommt von mir höchstpersönlich einen Orden verliehen. Das Ganze Gefluche und Geärgere spar ich mir durch das Backpapier- zack und schon ist das Papier samt Mürbteig auf dem Backblech. Es ist nicht wichtig dass der Teig an den Rändern gleichmäßig ausgerollt ist, das gibt dem ganzen ein rustikaleres Aussehen, Ihr werdet sehen.

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Nun zurück zur Füllung, diese kann nun in der Mitte des Teiges verteilt werden, lasst einen breiten Rand, dieser wird später umgeklappt.  Kleiner Trick wieder von mir: damit Ihr Euch das Blindbacken erspart und der Teig trotzdem auch unter der Füllung nicht zu matschig wird, die Mitte mit geriebenen Mandeln bestreuen bevor die Füllung aufgehäuft wird. Wichtig bei den Zwetschken ist, dass ihr ein wenig der Flüssigkeit, die beim Einkochen entstanden ist, behaltet- nicht Alles, aber einen Esslöffel zumindest. Nachdem Ihr die Fülle in der Mitte verteilt habt, schlagt den Rand des Teiges zur Mitte hin ein. Nun ab damit in den Ofen, für ungefähr 30 Minuten, bei 180 Grad.

Wenn der Kuchen an den Kanten leicht angebräunt ist, rausnehmen und die zuvor aufgehobene Flüssigkeit aus dem Zwetschgenkoch über die Zwetschgen in der Mitte leeren, sieht nicht nur schön aus, sondern gibt auch nochmal ordentlich Geschmack. Zum Schluss noch mit Puderzucker bestreuen und einfach genießen!

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Bon appétit meine Lieben

 

Marktfotos © Tanja Hofer Photography

 

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

Darf's noch etwas sein?

6 Kommentare zu “frankophiler Zwetschkenkuchen

  1. 22. September 2014 um 22:38

    Das schaut total gut aus, muß ich Mals ausprobieren! Weiter so. kulinarisch und fotografisch sehr vergnüglich…..mu

  2. 19. Oktober 2014 um 21:05

    Immer wenn ich nach Wien komme, MUSS ich auf den Naschmarkt! Ich liebe es, dort zu bummeln, zu stöbern und zu naschen! Die Fotos sind wirklich total schön.
    Die Galette als als „frankophilen Zwetschenkuchen“ zu bezeichen find i super 😀 ! Schaut jedenfalls zum ANBEISSEN lecker aus.
    Liebe Grüße aus Tiorl, Renate

    • 19. Oktober 2014 um 21:09

      Liebe Renate,
      Vielen Dank für das Kompliment! Ja, ich find den Naschmarkt auch immer wieder schön, vor allem um Inspiration zu sammeln 😀
      Ganz liebe Grüße aus Wien

  3. 13. November 2014 um 12:26

    Leibe Enkelin, wann wirst Deinen Deda antworten auf seine Memoaren aus 1945 bis 1961 (jetzt bis 1952 fertig!). Ciao junge Enkelin die so schoene Sachen schreibt und veroefftlicht. Alles Gute! Ich habe es gelesen und angeschaut Deine Maerchen. Bravo!

  4. 3. Dezember 2014 um 21:41

    Ich liebe den Naschmarkt einfach! Lass uns doch auch mal einen gemeinsamen Ausflug da hin machen!

    • 3. Dezember 2014 um 22:58

      Ja, lass uns das auf jeden Fall machen 😀

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