Hühnerleberpastete

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Ich mag mich mit der folgenden Frage vielleicht ein bisserl’ weit aus dem Fenster lehnen, aber besser ein wenig zu dick auftragen als garnicht erst anfangen (gilt übrigens für das Folgende genauso wie für Pastete):

Wann haben wir die Neugierde auf unser Essen verloren?

Große Frage. Komplizierte Antwort. Denn das mit der Neugier ist so eine Sache.
Ich versuch’ mal anhand eines Beispiels zu erklären, worauf ich wirklich hinauswill.

Habt ihr euch eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, was so alles in eine Leberstreichwurst reingehört? Wie wird sowas eigentlich gemacht? Dass Leber darin enthalten ist, bedarf jetzt wahrscheinlich keiner großen Denkanstrengung. Aber sonst? Kocht man sie? Ist Gelatine enthalten? Welche Gewürze kommen hinein? Fragen über Fragen auf die ich bisher keine richtige Antwort hatte. Und wisst ihr warum? Weil ich mir einfach nie Gedanken darüber gemacht habe, was ich da seit Jahren gerne und doch recht regelmäßig esse.

Wenn man einmal damit anfängt darüber nachzudenken, dann spinnt man den Gedanken automatisch weiter. Was esse ich tagtäglich vollkommen ohne zu wissen woraus es besteht oder woher es kommt? Achtet man darauf, dann macht sich Erstaunen (und leider auch viel zu oft Entsetzen) darüber breit wie abgestumpft man in Sachen Nahrungsaufnahme doch manchmal ist.

An dieser Stelle muss ich mich selbst wohl zu allererst an der Nase nehmen, denn auch ich habe den kritischen Umgang mit Lebensmitteln in vielen Situationen verlernt. Es mag sein, dass ich Fleisch und Milchprodukte ausschließlich in BIO-Qualität und mein Obst und Gemüse so oft wie möglich regional und saisonal kaufe. Aber oft genug essen ich Dinge aus Gewohnheit oder aus reiner Bequemlichkeit, die all dem widersprechen, was ich hier auf dem Blog in den Mittelpunkt zu stellen versuche. Und ich spreche hier nicht vom obligatorischen Burger oder einer TK-Pizza (kommt in schwachen Momenten auch bei den ambitioniertesten Food-Bloggern vor), sondern von Lebensmitteln, bei denen man im ersten Moment garnicht auf den Gedanken kommen würde mal zu reflektieren was darin eigentlich enthalten ist. Wie eben, um nur ein Beispiel zu nennen, Leberpastete.

Es mag sein, dass ich meinem Essen gegenüber manchmal desinteressiert bin (tragisch genug). Aber manchmal ertappe ich mich auch dabei, die Zutaten auf der Rückseite eines Produkts gar nicht genauer lesen zu wollen. Denn in Wahrheit weiß ich ganz genau, dass ich, wenn ich mir ebendiese genauer ansehen würde, ich es nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren könnte sie zu essen.
Puh, harte Materie hier gerade, ich weiß. Aber manche Produkte aus reiner Bequemlichkeit weiterhin zu essen, ist, wenn ich ehrlich bin, für mich auch kein gangbarer Weg. Bevor ich jetzt aber weiter in die Untiefen des gewissenhaften Umgangs mit Lebensmitteln abtauche, beende ich diesen Monolog mit der wohl wichtigsten Frage:

 Warum schmeckt selbst gemachte Leberpastete so anders (sprich: besser) als jene, die man im Supermarkt kaufen kann?

Die Antwort ist simpel: Qualität schmeckt man.

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Gut ein Drittel der Butter in einer Pfanne erhitzen um anschließend den Salbei und die Hühnerleber beizugeben. Für einige Minuten braten, dabei immer wieder schwenken. Nun mit etwas Portwein oder Cognac ablöschen. Die gebratene Leber vom Herd nehmen und auskühlen lassen. Nun alles mit einem Zerkleinerer oder einem Pürierstab fein pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse mit einem Löffel durch ein möglichst feines Sieb streichen (das kann seine Zeit dauern…). Nun die Pastete in Gläser füllen. Die restliche Butter erhitzen bis sie schmilzt um sie anschließend auf die Pastete zu gießen. Die verschlossenen Pasteten können meiner Erfahrung nach bis zu 5 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

  • Ob nun mit Cognac oder Portwein abgelöscht wird, ist reine Geschmackssache. Beides schmeckt, das steht fest.
  • Den Teil bei dem die Pastete durch ein Sieb gestrichen wird auf keinen Fall auslassen, ansonsten ist sowohl Konsistenz als auch Geschmack weit nicht so fein wie es sein sollte.
  • Die Pastete schmeckt nicht nur pur auf knusprigen Brot großartig, sondern kann auch nach Belieben verfeinert werden. In meinem Fall gab es, wie unschwer zu erkennen ist, eine Draufgabe in Form von gebratenem Salbei und Trauben. Wie wäre es zur Abwechslung mal mit Birne, Feige oder Preiselbeeren?

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

1 Kommentar

  1. 28. Oktober 2016 um 15:02

    Ich MUSS das sobald ich daheim bin ausprobieren.. eigentlich eine einfache Idee, ich mach ja vieles selber, aber hier bin ich selbst noch nie drauf gekommen (Ws weil ich keine Leberpastete kaufe). Danke für die Inspiration !!

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