Kasnockn und ein bisserl’ Urlaub am Bauernhof

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Disclaimer: Im Verlauf dieses Textes folgen Bilder, die ihr so noch nie gesehen habt (und mit höchster Wahrscheinlichkeit auch nie wieder sehen werdet). Ich, auf einem Pferd sitzend.*


Das musste vorweg mal gesagt werden um gleich zu Beginn das Spannungsniveau in die Höhe zu treiben.
Im Weiteren geht es aber ein wenig gemächlicher zu, das verspreche ich euch.
Womit wir auch schon beim richtigen Stichwort wären: denn vor Kurzem hatte ich das große Vergnügen mit einer illustren Runde nach Salzburg zu reisen und zwei Tage Urlaub am Bauernhof zu machen. Quasi Urlaub in der Hoamat. Zumindest hat es sich ziemlich danach angefühlt.Denn die Tage im Pongau haben mir mal wieder gezeigt, wie gut es manchmal tut der großen Stadt zu entfliehen und Energie zu tanken. Denn so so viele Möglichkeiten, Veranstaltungen und Dinge zum Zeitvertreib es in Wien auch geben mag, ändert es nichts dran, dass ich tief im Herzen halt doch immer ein bisserl’ ein Landkind bleiben werde.

stadtmaerchen_bauernhof_2Diese zwei Tage hatten wirklich alles, womit man mich glücklich machen kann: Kälber streicheln, Brot backen, spannende Gespräche, eine wunderschöne Aussicht, und Schnaps. Und als Zugabe zu dem Ganzen Paket, durfte ich auch noch die liebe Michaela, ihres Zeichens Hausherrin des Pesbichlhofs, in die Küche begleiten und ihr beim Kasnockn machen zur Hand gehen. Weil ich mich offensichtlich als halbwegs würdig erwiesen habe, hab’ ich bei der Abreise von der Chefin höchstpersönlich noch ihr Rezept für die Nockn zugesteckt bekommen. Ich hab mich ein bisserl’ sehr geehrt gefühlt, wie ihr euch vorstellen könnt. Aber wisst ihr, was das Beste an diesem Urlaub war? Das war quasi ein Vorgeschmack auf meinen 2. Bildungsweg. Denn, auch wenn meine beste Freundin wahrscheinlich glaubt, dass ich jenen schicksalhaften (weingeschwängerten) Sommerabend vor zwei Jahren vergessen habe, möchte ich euch Folgendes natürlich nicht vorenthalten:

Irgendwann werden L. und ich Sennerinnen. Einen ganzen Sommer lang auf einer Alm verbringen und alle anstehenden Aufgaben erledigen. Zu Sonnenaufgang aufstehen, Kühe treiben und melken, die Alm bewirtschaften und was man halt sonst noch alles so zu tun hat. Diejenigen von euch, die L. und mich zufällig persönlich kennen, verkneifen sich ihre Kommentare bitte. Wir meinen das ernst. Irgendwie.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, überleg’ ich mir das mit der Karriere als Sennerin vielleicht nochmal. Denn Urlaub am Bauernhof ist ja quasi irgendwie ein bisserl’ vergleichbar. Nur eben viel entspannender.


*Was aber nicht ganz so entspannend war, war meine Begegnung mit oben erwähnten Pferden. Fun Fact: Ich habe Angst vor Pferden. Sieht man mir fast nicht an, oder? Aber im Leben geht’s auch manchmal drum sich seinen Ängsten zu stellen. In meinem Fall eben einem (subjektiv gesehen, sehr wilden) Ritt auf einem Pferd. 

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Michaela’s Kasnockn
für ca. 2-3 Personen

250 g griffiges Mehl
250 g glattes Mehl
4 Eier
ca. 250 ml kaltes Wasser
ordentliche Prise Salz
ca. 250 g Bergkäse
1 Zwiebel
ca. 100 g Butter
frischer Schnittlauch

Mehl, Eier, Wasser und Salz zu einem glatten, zähen Teig verrühren. Für ca. 30 Minuten rasten lassen. Inzwischen die Zwiebel in Ringe schneiden, den Käse reiben und einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Eine große Pfanne vorbereiten und darin gut die Hälfte der Butter zum Schmelzen bringen. Die Nockn mit einem Spätzlehobel o.Ä. in das kochende Wasser schaben und kurz aufkochen lassen. Die Nocken aus dem Wasser heben, kurz abtropfen lassen und in die Pfanne geben um sie anzubraten. Den Vorgang immer wieder wiederholen. Dabei darauf achten, die Nockn in der Pfanne immer wieder umzurühren. Nun nach und nach den Käse beifügen und immer weiterrühren. In einer anderen Pfanne die Zwiebelringe ebenfalls in Butter anbraten bis sie Farbe genommen haben. Die Nockn gut anbraten, sodass sich a Prinzn, eine Kruste am Boden bildet. Mit den Zwiebeln und frischem Schnittlauch servieren. Und danach das Schnapsal nicht vergessen.

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Mit von der Partie waren übrigens:

x Matthias und Eva (Fräulein Flora
x Kathi und Romeo  (Sommertage)
x Gudrun (Reisebloggerin)

Vielen Dank an Urlaub am Bauernhof für die Einladung zu dieser wunderbaren Reise in die Hoamat.
Dieser Beitrag ist unentgeltlich entstanden.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

6 Kommentare zu “Kasnockn und ein bisserl’ Urlaub am Bauernhof

  1. 3. November 2016 um 22:03

    Käsespätzle (oder Kasnockn?) – wie ich sie liebe! Die passen aber auch ziemlich perfekt zum Urlaub auf dem Bauernhof! 🙂

    • 3. November 2016 um 22:08

      Nockerl, Nocken, Spatzen, Spätzle… kommt, glaub ich, auf’s selbe raus. 😉
      Ganz liebe Grüße, Mara

  2. 13. November 2016 um 10:16

    Super lecker! Als ich in Österreich war dieses Jahr habe ich mir auch Kasnockerl oder Nocken bestellt. Fand ich super lecker 🙂

    • 13. November 2016 um 17:05

      Das freut mich zu hören! Hier bei uns in Österreich sind (Kas)nocken ein echter Klassiker! 🙂

  3. 14. Dezember 2016 um 17:35

    Ich komm Dich besuchen auf der Alm!

    • 15. Dezember 2016 um 21:20

      Du bist jederzeit herzlich Willkommen, liebe Gudrun! 😀

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