Maulbeerkuchen & Sommerlektüre

Sommer in Wien

Die Tage der großen Hitze sind bald da. Die drückende Luft und der bis zum Glühen aufgeheizte Asphalt der Stadt lässt sich bereits erahnen. Sie heißen nicht umsonst so, diese Wiener Hundstage. 

Und die Straßen sind auf einmal wie leergefegt. Denn wer kann, sucht Abkühlung am Wasser und wem diese Möglichkeit verwehrt bleibt, der redet sich in der eigenen Wohnung gut zu, dass ja auch bald der sonst immerzu durch die Gassen ziehende Wind bald wieder in die Stadt zurückkehren wird. Nämlich genau dann, wenn die Hundstage ihren Zenit überschritten haben und in die schönste Wiener Jahreszeit, den Altweibersommer übergehen. 

Jetzt, da der Frühsommer schleichend zu greller Hitze anschwillt, ist die beste Zeit um unter Bäumen in Parks zu liegen und einfach zu verweilen. Auf einer Decke, in guter Gesellschaft oder alleine aber auf jeden Fall mit Kuchen, Karten zum Bauernschnapsen und einem Buch (das sowohl als Zeitvertreib, als auch, über’s Gesicht gelegt, als Sonnenschutz zum Dösen bestens geeignet ist).

Warum mein Herz dieser Stadt gehört

Die Maulbeeren für diesen Kuchen sind eben erst vom Maulbeerbaum in meinem Innenhof gebrockt worden und könnten besser nicht schmecken. Wer hätte gedacht, dass ich einen solchen Schatz versteckt in der letzten Ecke des Hofs stehen habe. Ein bisserl’ Oase in Wien.

Diese 5 Bücher fühlen sich nach Sommer in Wien an und werden am besten auf eben erwähnter Decke im Park, im Schanigarten bei Eiskaffee oder daheim am Fensterbankerl gelesen.

Arno Geiger – Es geht uns gut
Friedrich Torberg – Die Tante Jolesch
Eva Menasse – Vienna
Robert Seethaler – Der Trafikant
Stefan Zweig – Die Welt von gestern

Maulbeerkuchen

200 – 250 Gramm Maulbeeren
220 Gramm Weizenmehl (universal)
2 Teelöffel Backpulver
Prise Salz
1 Packung Vanillezucker
180 Gramm Feinkristallzucker
180 Gramm Joghurt
80 Gramm geschmolzene Butter
2 Bio Eier
Abrieb einer halben Zitrone 
Saft einer halben Zitrone 

Staubzucker zum Dekorieren

Der Kuchen lässt sich ganz nach Belieben abwandeln. Maulbeeren können durch Himbeeren, Ribiseln, Brombeeren etc. ersetzt werden. Joghurt durch Sauerrahm oder Buttermilch. 

Die Maulbeeren von ihren kleinen Stängeln zu befreien, ist ein bisserl eine Fitzlerei, aber auszahlen tut es sich allemal. 

Den Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Eine Kastenform mit Butter einfetten.
Mehl, Backpulver und eine Prise Salz in einer kleineren Schüssel vermengen. 

In einer großen Rührschüssel Vanillezucker, Kristallzucker, Joghurt, Butter, Eier und Zitronenabrieb sowie Zitronensaft ordentlich verrühren. Mehl-Mischung unterheben und behutsam zu einem Teig vermengen. Die Maulbeeren dazugeben und vorsichtig vermengen, damit nicht zu viel Saft austritt. Den Teig in die Backform geben und für 45-50 Minuten backen.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

1 Kommentar

  1. 31. Mai 2018 um 22:34

    Liebe Mara!! Wieder mal ein wunderwunderschöner, fast schon zauberhafter Artikel, der einen träumen lässt!! Als waschechte Wienerin muss ich sagen: „Chapeau“ – du hast die Stimmung in Wien perfekt eingefangen. Alles Liebe, Danuta

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