Nuri Pasta

An dieser Stelle hätte jetzt eigentlich ein einleitender Text zu einem ziemlich großartigen Rezept für einen Wintersalat mit Chicorée und Apfel zu lesen sein sollen. Fotos fix, fertig, Rezept steht. Alles fein. Mir ist da aber ein bisserl etwas dazwischengekommen.

Um konkret zu sein mehrere Flaschen Wein. Denn was eigentlich ein gemütlicher, vollkommen zivilisiertes Abendessen mit Freundinnen hätte werden sollen, ist zu einem schwerwiegenden Versumpern bis (viel zu) spät in die Nacht geworden. Es war großartig. Wir sind irgendwann vom Esstisch in die Küche gewandert (denn that’s where the magic happens) und haben gelacht, diskutiert, einander erklärt wie toll wir die jeweils Andere finden. Alles in allem hatten wir einfach einen ordentlichen Damenspitz. Hört sich alles soweit fein an? Ja? 
Das Ganze ist wegen eines kleinen, aber nicht unwichtigen Faktors als zivilisiertes Abendessen angesetzt worden: es war Dienstag. Dementsprechend kann man sich vorstellen wie es mir heute, Mittwoch, geht:

Nicht gut.

Denn so schön der gestrige Abend auch war, ich bin halt auch keine 19 mehr. Mein Körper braucht inzwischen ungefähr 2 volle Tage um mir zu verzeihen, dass der Wein halt wirklich besonders gut geschmeckt hat. An Tag 1 post Damenspitz, sprich heute, hat er mich einfach nur büßen lassen. Geschieht mir eh recht, in Wahrheit. Wer kommt denn auch auf die selten blöde Idee um 2 Uhr Früh noch eine Weinflasche aufzumachen? 

Aus oben genannten Gründen hab’ ich’s heute eventuell ein bisserl langsamer angehen lassen als sonst und hab meine (stark verlängerte) Mittagspause in Embryostellung auf der Couch verbracht. Großartig, what a day. 

Der einzigen Lichtblick, den ich heute hatte, war tatsächlich das Abendessen. Denn seit dem Moment, in dem der Hunger die Übelkeit besiegt hatte, wusste ich, dass es heute Abend nur ein Gericht geben kann. The one and only Nuri Pasta! 

Es gibt wenig mir bekannte Speisen, die einen mehr „viarehaun“. (So würde man es wohl umgangssprachlich nennen. Auf Hochdeutsch könnte man „viarehaun“ am ehesten mit „aufbauen“ beschreiben. Tut dem Wort aber eigentlich nicht Genüge. Denn „viarehaun“ impliziert einfach all das, was ich ausdrücken will, in meinem Zustand aber nicht ganz hinbekomme. Deshalb heb’ ich mir die genaue Erklärung gerne für einen anderen, nicht ganz so angeschlagenen, Tag auf.

In conclusio lässt sich aber Folgendes festhalten: die Aussicht abends Nuri-Pasta zu essen, hat mich sogar mit diesem Tag versöhnt. Und das heißt etwas.

Die Kombination aus Nuri-Sardinen, scharfem Öl und einer würzigen Tomatensauce mit Oliven und frischer Petersilie ist jedes Mal wieder ziemlich großartig. Was diese Pasta aber umso genialer macht, ist die Tatsache, dass sie perfekt ist für all jene Tage, an denen man quasi nichts  im Kühlschrank hat oder einfach keine Lust hat einkaufen zu gehen. Denn eine Sardinenkonserve, Pasta, Zwiebeln, Knoblauch und Dosentomaten hat man eigentlich immer Zuhause. Alles andere in der Zutatenliste ist ein nettes Add On, aber ohne funktioniert’s auch und die Nuri-Pasta schmeckt so oder so genial.

Warum Nuri?

Ich könnte meine Nuri-Pasta natürlich auch einfach Pasta mit Tomatensauce und Sardinen nennen. Das tu ich aber aus einem einfachen, aber sehr relevanten Grund nicht. Es kommt nämlich, nicht nur bei diesem Rezept, ganz einfach auf die Qualität der Sardinen an. Punkt.

Deshalb gibt’s bei mir ausschließlich Nuri-Sardinen im Vorratskasten und somit auch in der Pasta. Denn vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit die Fabrik in einem Vorort von Porto zu besuchen um dort Fotos für die Marke zu machen. Ich war unglaublich nervös wie ich denn bitte in einer Fischkonservenfabrik auch nur halbwegs ästhetische Fotos machen sollte. Dabei herausgekommen ist  eine meiner allerliebsten Foto-Reportagen, die ich bisher fotografieren durfte. Mit so viel Handwerk, Liebe und Begeisterung die Damen (und Herren) dort arbeiten zu sehen, war einmalig. Was mich aber am meisten begeistert hat, war, dass jeder einzelne Schritt in absoluter Handarbeit geschieht. (Pro Tipp: nehmt eine Dose Nuri in die Hand und seht euch die Verpackung an. Ihr werdet merken, dass jede einzelne Folie händisch mit Tixo verschlossen wurde. I’m serious.)

Ich präsentiere: Die ultimative Restl-Pasta!

Nuri Pasta

2 Personen // mittel // 20 Minuten

1 Dose // 125 g Nuri Sardinen (original in scharfem Olivenöl)
1 Chili

2 Knoblauchzehen
1/2 Zwiebel (gelb)
1 Handvoll Kalamata-Oliven
1-2 TL Kapern
(falls Saison: 100 g Cocktailtomaten)
400 g Polpa / Dosentomaten
1 Prise Kristallzucker
Salz & Pfeffer
1 Handvoll Petersilie

Pasta nach Wahl // idealerweise Spaghetti

Wasser für die Pasta aufsetzen und großzügig salzen. 1 Dose Nuri öffnen, Sardinen herausnehmen und das Olivenöl aus der Dose in eine Pfanne geben und erhitzen. Die Chili aus der Konserve klein hacken, ebenso wie Knoblauch und Zwiebel. Der Rest der Dose kann entsorgt werden. Chili, Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl anschwitzen. Nach wenigen Minuten die Sardinen, sowie Oliven und Kapern (und ggf. Cocktailtomaten) hinzugeben. Mit Polpa aufgießen und mit Kristallzucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Für ca. 10-15 Minuten einkochen. In der Zwischenzeit die Pasta kochen. Kurz bevor die Nudeln gar sind, 2-3 EL Nudelwasser zur Nuri-Sauce hinzugeben und nochmal einköcheln lassen. Fertig gegarte Pasta unter das Sugo heben und mit frischer Petersilie vermengen. Unbedingt nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

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