Oma’s Innviertler Grammelknödel

 

Draußen zwitschern die Vögel, die Tage werden länger, die Sonnenstrahlen wärmer… und dann kommt da ein Knödel-Rezept daher. Ganz toll, Märchen. Sowas kann auch nur mir einfallen, Stichwort: saisonal.
Mein Osterlamm-Rezept kommt dann übrigens Ende Juni. Oder so.
Aber es wäre ja untypisch für mich, wenn ich mich nicht rausreden könnte. Und genau das mache ich jetzt kurz und knackig in Stichworten: Umzugsnachwehen, maximales Arbeitspensum, großartiges Projekt (man darf gespannt sein.) und einige anderen kleine Nettigkeiten.
Aber hiermit gelobe ich Besserung! Hoch und heilig!
Und was man hier mal ganz offiziell festhalten muss (nicht nur weil es ein weiteres Argument zu meiner Verteidigung ist) : Im Innviertel ist das ganze Jahr Knödelsaison. Egal ob bei plus oder minus 30 Grad. Knödel gehen immer. Und das kann ich sogar beweisen!
Denn eine meiner prägnantesten Kindheitserinnerungen ist die meiner Familie, im Innviertler Hochsommer auf der Terrasse sitzend und Grammelknödel essend. Wahre Geschichte. Wenn ihr mir nicht glaubt, fragt meine Oma.
Bevor ich im Zuge dieses Monologs weitere Familiengeheimnisse ausplaudere und zur Strafe nicht mehr zum hochsommerlichen Knödel-Essen eingeladen werde, verrate ich euch lieber das originale Grammelknödel-Rezept meiner Innviertler Oma. Wie immer unzählige Male getestet und für großartig befunden.

Oma’s Innviertler Grammelknödel

230 g Mehl
100 ml Wasser
2 EL Öl
1 Ei
Prise Salz
250  g Grammeln
1 EL Schnittlauch fein gehackt

Mehl, Wasser, Öl, Ei und Salz in einer großen Schüssel mischen und mit der Hand zu einem geschmeidigen Teigball verkneten. Diesen zudecken und für eine gute halbe Stunde ruhen lassen.
Inzwischen Grammeln mit einem Messer klein hacken, mit dem Schnittlauch vermengen und zu kleinen Kugeln formen.
Den Teig in kleine Stücke schneiden und ihn zu kleinen Teigfladen ausziehen. In deren Mitte jeweils eine Grammel-Kugel legen und mit dem Teig vollkommen umschließen. Der Teig soll sich ohne Löcher und ebenmäßig um die Grammeln ziehen lassen. Anschließend die Knödel zwischen Handflächen rollen, damit sie eine ebenmäßige, runde Form bekommen.
Wasser salzen und zum Kochen bringen. Darin die Knödel 15-20 Minuten ziehen lassen.


Oma’s Geheimtipp
Am Besten lassen sich die Grammeln verarbeiten, wenn sie, nachdem sie zu Kugeln geformt wurden, für ein paar Stunden in den Tiefkühler kommen. Das erleichtert das Einschlagen in den Knödelteig.


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PS: Die eigentliche Aufgabe an diesem Beitrag war übrigens nicht das Zubereiten der Knödel, sondern vielmehr das Fotografieren meiner Oma dabei. Ich habe noch nie jemanden so schnell so viele Knödel rollen gesehen. Kaum hatte ich den Auslöser gedrückt, war auch schon wieder fast alles vorbei.

 


 

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

Darf's noch etwas sein?

1 Kommentar

  1. 20. Dezember 2018 um 13:34

    Liebe Frau Mara!

    Ich kann mich erinnern, daß meine Mutter die Grammelknödel immer mit Mehlteig gemacht hat. Die Rezepte, die ich im Internet fand, entsprachen nie dem wie ich sie kannte. Ich habe daher meine eigene Zusammenstellung gefunden. Der Geschmack entspricht zwar aber der Teig wird immer etwas mehlig und trocken.
    Nun habe ich heute zufällig das Rezept Ihrer Großmutter entdeckt. Es entspricht eigentlich meiner Rezeptur. Der Unterschied ist lediglich die Menge Mehl und ich nehme zwei Eier. Weiters steht bei mir Milch oder Wasser. Bei Ihrer Großmutter steht nicht welches Mehl sie nimmt. Ich nehme glattes Mehl. Kann es vielleicht daran liegen? Vielleicht kann Ihre Großmutter mir einen Tipp geben.

    Meine Rezeptur:
    Teig:
    250 g Mehl
    ca. 100 ml Milch (oder lauwarmes Wasser)
    2 EL Öl
    2 Eier
    Prise Salz

    Wie Sie sehen besteht nicht viel Unterschied.

    Herzliche Grüße
    Pree Franz

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