Oma’s Krusperl-Geheimnis

 

Meine Lieben, ich bin ja der festen Überzeugung, dass man von sich erst behaupten kann kochen zu können wenn man die Klassiker beherrscht. In dieser Hinsicht bin ich eine echte Traditionalistin (was man in keiner anderen Lebenslage von mir behaupten könnte), deshalb habe ich, ganz nach dem Motto “back to to the roots”, vor einigen Tagen beschlossen mich ein eines der ganz Großen Gerichte der österreichischen Küche zu wagen: den Schweinsbraten. Segen und Fluch zugleich ist in diesem Fall die Tatsache, dass ich eine Oma habe, die so ungefähr die beste Köchin überhaupt ist. (Das behaupten viele von ihrer Oma…aber in diesem Fall ist das mein voller Ernst.) Fluch deshalb, weil mir völlig bewusst war, dass ich absolut keine Chance habe an ihren Schweinsbraten geschmacklich auch nur ansatzweise heranzukommen. Segen weil ich genau diese Tatsache zu meinem Vorteil genutzt habe und meine Oma einfach kurzerhand zum Schweinsbraten machen eingespannt habe. Und so haben sich heute ein Kilo Schwein und ich auf den Weg ins Innviertel gemacht um zu lernen wie denn ein Schweinsbraten wirklich gemacht gehört. Weil meine Oma eine ganz eine Liebe ist, hat sie mir auch erlaubt ihre streng geheimen Krusperl- Tipps mit Euch zu teilen (Natürlich nur wenn sie unter uns bleiben!)

– bei der Auswahl der Fleischstücke scheiden sich ja bekanntlich die Geister, meine Oma ist Vertreterin der Partei Schweinskarree oder Schopf. Oma sagt aber auch, dass Schweinebauch den allerbesten Saft gibt, deshalb ihr Tipp: ein Stück Karree oder Schopf und ein Stück Bauch für den perfekten Braten!

Beim Metzger unbedingt Fleisch mit Schwarte kaufen, denn: ohne Schwarte keine Krusperl (irgendwie logisch oder?)

weil’s beim Schweinsbraten ja in Wahrheit um die Krusperl geht, hier die Oma’s Anleitung wie sich bestimmt perfekt gelingen:

Zuerst die Schwarte mit Kümmel, Salz und Knoblauch einreiben. Anschließend den Boden des Reindls mit Wasser füllen  (ung. 1 cm hoch) und den Braten mit der Schwarte nach unten  reinlegen. Nun für 20 Minuten bei guten 200 Grad in den Ofen schieben. Durch das Wasser wird die Schwarte geschmeidig und lässt sich nun perfekt schneiden. Oma sagt am besten schmecken die Krusperl später wenn man die Schwarte nun im Schachbrett- Muster einschneidet. ( Man beweise mir das Gegenteil!) Diesen Vorgang nennt man übrigens auch Schröpfen. Jetzt kann der Schweinsbraten, mit der Schwarte nach oben, wieder in den Ofen. Je nach Größe des Bratens zwischen einer und ein und halb Stunden (falls ihr keine Oma bei der Hand habt, fragt am Besten euren Metzger eures Vertrauens nach der Garzeit)

als Beilage gibt’s im Innviertel meistens Kartoffeln, Semmelknödel und Stöcklkraut. Ich sags Euch, vor allem Letzteres ist eine Wucht! Die Kartoffeln werden ungefähr 45 Minuten vor Ende der Garzeit dazugegeben, Stöckelkraut und Semmelknödel werden separat gekocht und erst ganz zum Schluss ins Reindl gegeben.

Meine Oma und ich wünschen Euch gutes Gelingen, jetzt kann nichts mehr schiefgehen!

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

Darf's noch etwas sein?

1 Kommentar

  1. 18. Januar 2016 um 10:57

    Mah, jetzt hast mich fast dazu gekriegt, Bock auf Fleisch zu haben.
    Ich hätt mich früher am liebsten in das Zeug reingelegt.

Willst du mir etwas sagen?

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