klassische Topfengolatschen

Es gibt einige Gerichte, die ungschaut in den Olymp der österreichischen Küche aufsteigen. Darunter fallen Speisen wie Krautfleckerl (das wusste bereits die Tante Jolesch), jegliche Art von Knödel, Gulasch, Powidltascherl,  Paprikahendl, Topfengolatschen und unzählige mehr.
Man könnte sich fragen, was all diese wunderbaren Speisen gemein haben. Das ist mit einem gezielten Blick ganz leicht zu erraten: Geschichte.

Und genau die macht sie so besonders, wohlig und großartig. Denn die österreichische Küche ist voller alter Traditionen und Zubereitungsarten, die aus allen Ecken der Region stammen. Und das schließt nicht nur den Bodensee, den Pinzgau und das Weinviertel mit ein, sondern eben auch alles was darüber hinausgeht und früher innerhalb der K. & K.- Grenzen lag. Das kulinarische Erbe des alten „Österreichs“ ist etwas, das ich sehr schätze. Denn Gulasch, Krautfleckerl und Co. bereichern unsere Küche bis heute und machen sie zu etwas so Besonderem.

Und das süße Herz dieses kulinarischen Erbes sind Mehlspeisen. Deshalb habe ich mich im Zuge der letzten Blätterteig-Action daran gemacht, auch die Vorzeige-Mehlspeise schlechthin zu machen: Topfengolatschen. Man würde meinen, dass es zu aufwendig sei Golatschen selbst zu machen, wo man sie doch bei jedem Bäcker kaufen kann. Aber ich kann euch versichern, dass es das wert ist. In eine ofenfrische, noch warme Topfengolatsche zu beißen: das ist der Mehlspeisenhimmel. Ich hoffe ihr habt genauso viel Freude beim Backen wie ich.


 

Topfengolatschen
(16-18 Stück)

– 500 g Mehl
– 1 Würfel frischer Germ
– 200 ml Vollmilch (lauwarm)
– 300 g Kristallzucker
– Prise Salz
– 300 g Butter
– 1 Ei zum Bestreichen

Topfenfüllung

– ca. 300 g Topfen
– 60 g Staubzucker
– 2 EL Vanillezucker
– 1 Eidotter
– 1 EL Zitronenabrieb
– 80- 100 g Rosinen
– ca. 200 ml Rum zum Einlegen der Rosinen
(+ 3 EL zum Verfeinern der Topfen-Creme)

Plunderteig ähnelt in der Zubereitung einem klassischen Blätterteig. Für den Grundteig zuerst den Germ in die lauwarme Milch bröseln, einen EL Zucker einrühren und für einige Minuten stehen lassen. Mehl, Salz, den restlichen Zucker und die Germ-Milch Mischung zu einem glatten Teig verkneten. Das kann entweder von Hand oder mit der Küchenmaschine gemacht werden. Den Teig zu einem straffen Teigball formen, in Frischhaltefolie wickeln und für einige Stunden im Kühlschrank rasten lassen. Inzwischen die Rosinen in Rum einlegen und ebenfalls für einige Stunden ziehen lassen.
Nun wird die Butterplatte vorbereitet und der Teig touriert. Das funktioniert am Besten mit der Anleitung meines Blätterteig-Rezepts. Wie beschrieben, den Teig aus dem Kühlschrank holen, kreuzweise einschneiden und ausrollen. Die Butterplatte vorbereiten und in den Teig einschlagen.

Im Gegensatz zu klassischem Blätterteig, wird Plunderteig in der Regel in einfachen Touren bearbeitet. Was genau eine einfache Tour ist, findest du ebenfalls im Blätterteig-Rezept. Wichtig ist hierbei, dass der Teig dreimal einfach touriert wird. Das Tourieren muss immer recht flott geschehen, da der Teig sonst zu warm und somit zu weich würde. Deshalb zwischen jeder Tour immer mal wieder für eine gute halbe Stunde ab in den Kühlschrank mit ihm.
Die Topfenfüllung anrühren: Dafür alle Zutaten verrühren und mit den abgetropften Rosinen (und dem Rum) vermengen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Den Blätterteig ausrollen und in Quadrate schneiden. Die Topfenfüllung in die Mitte geben, die Ecken zur Mitte zusammenklappen und mit einem verquirlten Ei bestreichen. Die Golatschen für 20 Minuten im Ofen backen. Nach dem die Topfengolatschen fertig gebacken sind, auskühlen lassen und mit Staubzucker bestreuen.

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Über Mara

Eine Exil-Salzburgerin und Wahl-Wienerin, die ihr Herz an die kulinarische Vielfalt Österreichs verloren hat. Egal ob beim Nachkochen von Oma's Originalrezepten oder bei neu interpretierten Klassikern - am wichtigsten ist der Genuss! Denn Essen soll nicht nur den Bauch füllen, sondern auch das Herz wärmen.

Darf's noch etwas sein?

2 Kommentare zu “klassische Topfengolatschen

  1. 6. Juli 2016 um 7:55

    Hallo Mara,

    ich glaub diese Topfengolatschen schau ich mir schon zum 5x an – sie schauen sooo gut aus! 😀
    Bei mir bleiben sie ja manchmal nicht so schön in Form, aber das Problem dürftest du nicht haben – sehen echt super aus!

    Alles Liebe
    Claudia

    • 7. Juli 2016 um 18:13

      Liebe Claudia,
      vielen Dank für dein liebes Kommentar, das freut mich wirklich sehr!
      Ein bisserl Kreativität bei der Form schadet ja nicht. Hauptsache der Geschmack stimmt.
      (Da hab ich aber absolut keine Zweifel!) 😉
      Alles Liebe,
      Mara

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